Die GR-Wege: Weitwandern auf den Pfaden Westeuropas

by Regina
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Falls du schon einmal nach Möglichkeiten zum Trekking in Westeuropa gesucht hast, ist dir bestimmt schon einer dieser Fernwanderwege untergekommen. Auch in unserer Traildatenbank findest du gleich mehrere der sogenannten GR-Wege. Was es mit diesen Fernwanderwegen eigentlich auf sich hat, wie es zur Entstehung der GR-Wege kam und noch viel mehr erfährst du in diesem Blogartikel. Außerdem wollen wir dir unsere Top 5 der außergewöhnlichsten und schönsten GR-Wege für deine nächste Weitwanderung vorstellen.

Was sind die GR-Wege überhaupt?

Die GR-Wege sind ein Netzwerk aus Fernwanderwegen in Europa und verlaufen hauptsächlich durch Frankreich, Belgien, Spanien und die Niederlande. Da diese Wege ihren Ursprung in Frankreich haben, ist die Abkürzung französisch und steht für (Sentier de) Grande Randonnée, was ins Deutsche übersetzt so viel wie großer Wanderweg oder eben Fernwanderweg heißt. In den Niederlanden werden die GR-Wege Lange-afstand-wandelpaden genannt, in Spanien Gran Recorrido

Meistens werden GR-Wege mit Nummern bezeichnet. Diese Nummerierung folgt aufgrund der Betreuung der Wege durch verschiedene Organisationen jedoch keiner einheitlichen Norm. Es gibt deshalb Wege in verschiedenen Ländern, die die gleiche Nummer tragen, aber nicht aneinander anschließen. Manche GR-Wege sind Teil der 12 Europäischen Fernwanderwege, auch E-Paths genannt, von denen jeder mehrere tausend Kilometer lang ist. 

Die Marke GR ist rechtlich geschützt und auch die Routen selbst werden als geistiges Eigentum angesehen. Es ist daher manchmal bei länderübergreifenden Weitwanderwegen schwer, den genauen Verlauf online zu finden.  Eine Übersicht über alle französischen GR-Wege findest du hier

Wegmarkierungen

Wegmarkierungen/ Markings GR-Wege (Grande Randonnée)

Für das Markierungsschema der GR-Wege werden länderübergreifend die Farben rot und weiß verwendet. Die zwei waagerechten Striche untereinander (erstes Zeichen) markieren den Wanderweg und zeigen an, dass man sich auf dem richtigen Weg befindet. Das nächste Zeichen, zwei waagerechte Striche mit einem Pfeil darunter, symbolisiert einen Richtungswechsel. Es muss dann jeweils in die Richtung des Pfeils abgebogen werden (hier nur als Abbiegen nach rechts abgebildet). Überkreuzte Linien bedeuten so viel wie „verkehrte Richtung“ bzw. „falsch abgebogen“. 

Wegmarkierungen/ Markings GR-Wege Spanien (Grande Randonnée)
Quelle: Señalización de un sendero de Gran Recorrido GR von Willtron, lizensiert unter CC BY-SA 3.0

Die Markierungen in der ersten Grafik gelten vor allem in Frankreich. In den anderen Ländern können besonders die Markierungen für einen Richtungswechsel abweichen. In Spanien sehen sie meistens aus wie hier auf diesem Bild.

Die Geschichte der GR-Wege

Der Beginn des Wanderns in Frankreich

Hier müssen wir ein bisschen weiter ausholen. Wandern ist sicher die älteste Sportart der Welt. Als Freizeitaktivität wurde Wandern in Europa allerdings erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts mit der Epoche der Romantik salonfähig. In der Kunst und Literatur dieser Epoche spielt die Natur eine wichtige Rolle. Sie wird als Sehnsuchtsort und Gegenpol zu den industrialisierten, überfüllten Städten gesehen. Die Menschen zieht es immer mehr hinaus in die Weite der Natur. 

Als Folge dieser Veränderung entstehen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert in Frankreich erste Vereine und Verbände für den Wandertourismus (z. B. der Touring club de France) und zu Beginn des 20. Jahrhunderts erste Pfadfinderbewegungen. Später kommen noch die Verbände der Jugendherbergen dazu. Diese Vereine und Verbände organisieren Wanderausflüge, vor allem für Jugendliche, bei denen eine Region mehrere Tage lang zu Fuß erkundet wird. Etwa der Club Alpin Français (CAF) organisiert ab 1910 Wanderungen im Wald von Fontainebleau.

Der Mann hinter den GR-Wegen: Jean Loiseau

Auf einem dieser Ausflüge entdeckte 1910 der damals erst 14-jährige Jean Loiseau seine Liebe zur Natur und zum Wandern. Mit 15 ist er bereits Truppenführer bei den Pfadfindern und stellt eigene Programme zusammen. In den nachfolgenden Jahren reist Loiseau, der von Beruf Archivar bei der Banque de France ist, durch ganz Europa und verbessert seine Campingausrüstung.

1928 gründet er eine Gruppe von Wanderern, Les Compagnons Voyageurs (= Reisegefährten) genannt, deren Mitglieder er hauptsächlich aus der Jugend des Touring Club le France rekrutiert. Sie alle wissen, wie man sich mit Kompass und Karte in der Natur zurechtfindet und erkunden gemeinsam die Wege Frankreichs und Europas. Ab den 1930ern teilt Loiseau sein erworbenes Wissen in zahlreichen Büchern. Sein Buch Camping et voyage à pied (etwa: Campen und Reisen zu Fuß) wird zu einer Art Bibel für alle Camping- und Wanderbegeisterten.

Quelle: GR20 2010 refuge Usciolu a Conca (53) von akunamatata auf Flickr, lizenziert unter CC BY-ND 2.0

Das neue Interesse am Wandern

Trotz all dem bleibt Wandern als Freizeitbeschäftigung weiterhin relativ unbekannt, schon alleine, weil die meisten Menschen nur wenig Freizeit haben. Das alles ändert sich durch eine Weiterentwicklung des Arbeitsrechts in Frankreich: 1936 wird die 40-Stunden-Woche eingeführt und jedem/jeder Angestellten wird erstmals das Recht auf bezahlte Urlaubstage zugesprochen.

Das Interesse am Wandern nimmt plötzlich stark zu. Dieses neue Interesse der Bevölkerung veranlasst Loiseau dazu, ein Netz aus Weitwanderwegen für Frankreich zu entwerfen, damit auch Menschen mit wenig Erfahrung Freude am Wandern haben konnten, ohne sich auf den Pfaden zu verirren. Er beschrieb dieses Fernwandernetz bereits 1938 detailliert in seinem Buch Les Routes du marcheur (Die Routen des Marschierers).

Von den grandes routes du marcheur zum Grande Randonnée

Während des Krieges entwickelt Loiseau mit Hilfe des Camping Club de France ein Konzept für sein Projekt grandes routes du marcheur (große Marschierrouten). 1945 stellen sie das Projekt dem einflussreichen Touring Club de France vor. Der Verein reagiert begeistert und beschließt, das Projekt sofort umzusetzen. 

Im Laufe des Jahres 1946 wird ein Masterplan für das Netz der Fernwanderwege aufgestellt und verabschiedet. In diesem werden auch einheitliche Markierungen festgelegt. Loiseau ließ sich dabei von den Wegmarkierungen im US-amerikanischen Appalachian Park inspirieren. Dort zeigen farbige Striche auf Bäumen und Felsen den Weg an. Bei den Farben fand Loiseau angeblich Inspiration bei französischen Förstern, die mit roten Markierungen Gebiete zur Abholzung abgrenzen. Den weißen Streifen fügt er hinzu, da man diesen auch bei Einbruch der Dunkelheit noch sehen kann. 

Innerhalb der Wandervereine und Verbände findet eine Rekrutierung Freiwilliger zur Markierung der Wanderwege statt. Aus den großen Marschierrouten (grandes routes du marcheur) wird schnell die große Wanderung (Grande Randonnée). Zu Beginn des Jahres 1947 befinden sich bereits mehrere Abschnitte der zukünftigen GR-Wege im Bau.

Am 22. August des selbigen Jahres wird auf Initiative von Loiseau hin aus den beteiligten Vereinen und Verbänden das Comité National des Sentiers de Grande Randonnée (CNSGR) gegründet, also das nationale Komitee der GR Wege. Die Mitglieder dieser Gruppe von Wanderern wurden oft von Loiseau selbst trainiert und sind fortan für die Markierung und Pflege der Wege zuständig. 

Die Eröffnung des ersten GR-Wegs

Im August 1947 ist es dann endlich so weit: Mit einem symbolischen 28 km langem Abschnitt des GR3 von Orléans nach Beaugency wird der erste Fernwanderweg Frankreichs eingeweiht. 2023 ist dieser GR-Weg übrigens ganze  1311 km lang. Im folgenden Jahr ist der GR1 in der Region Ile-de-France an der Reihe. Noch im selben Jahr wird zwischen Dammartin-en-Goële und Orry-la-Ville der erste Abschnitt des Fernwanderweges eingeweiht. 

Quelle: GR34 von Frédérique Voisin-Demery auf Flickr, lizenziert unter CC BY 2.0

Weiterentwicklung des GR-Netzes

Im Jahr 1951 wird die legendäre Tour du Mont Blanc (TMB) fertiggestellt und im Jahr darauf gibt es bereits 1000 km GR-Wege. In den folgenden Jahren werden von Freiwilligen etliche tausend Kilometer an Fernwanderwegen markiert, das Wegenetz wird immer größer und beliebter.

Zur Popularität der GR-Wege beigetragen haben dürfte auch die Entscheidung des IGN (nationalgeografisches Institut Frankreich) 1956, die Weitwanderwege zukünftig in Karten aufzunehmen. 1957 erscheint der erste der auch heute noch sehr beliebten Topo-Guides.

Die Gründung des FFRP

Wegen der ständigen Expansion des Wegenetzes in immer mehr Regionen und der Nutzung durch immer mehr Wander*innen wird beschlossen, die Organisation neu aufzuteilen. 1978 wird deshalb aus dem CNSGR der Dachverband FFRP (Fédération Française de la Randonnée Pédestre), dem 2023 mehr als 3050 einzelne Wandervereine angehören. Der Verband hat sich bis heute der Pflege der GR-Wege und der Förderung des Wandersports verschrieben. 

Ursprünge der GR-Wege in Belgien, Spanien und den Niederlanden

1959 wurde die Idee von drei Belgiern, die in der Provence Urlaub machten, nach Belgien exportiert und das ehrgeizige Projekt des GR5 gestartet. Es soll ein Fernwanderweg von der Nordsee bis zum Mittelmeer geschaffen werden. Heute werden die GR-Wege in Belgien von der gemeinnützigen Organisation Sentiers de Grande Randonnée (SGR) betreut.

In Spanien beginnt die Geschichte der GR-Wege in den frühen 1970ern. Der Bergsteigerverein FEDME (Federación Española de Deportes de Montaña y Escalada), der die Wege auch heute noch betreut, erhält von französischen Tourismusverbänden eine Anfrage, die GR-Wege auf spanischer Seite zu erweitern. Vor allem der GR7 soll eine Westerweiterung bekommen. Diese Trekkingroute führt heute von Frankreich über Andorra nach Tarifa in Andalusien, mit einer Fortsetzung auf den Kanarischen Inseln in Form des GR131. Inzwischen gibt es in Spanien über hundert GR-Wege.  

Ebenfalls in den 70er Jahren entstand in den Niederlanden die Idee für ein Netz aus Fernwanderwegen. Dort heißen diese nicht GR-Wege, sondern Lange-afstand-wandelpadengenannt (LAW) und stehen nicht direkt in Verbindung mit diesen. Die Schöpferinnen des bekanntesten Trekkingroute des Landes, dem Pieterpad, Toos Goorhuis-Tjalsma und Bertje Jens wurden auch nicht von den französischen Fernwanderwegen inspiriert, sondern von ihren Wanderungen im deutschen Schwarzwald.

Dennoch werden die LAWs oft als Teil des GR-Netzwerks betrachtet, nicht zuletzt, weil einige der LAWs an die GR-Fernwanderwege anschließen. Der GR5 etwa berührt den Pieterpad in der Nähe von Maastricht. Auch die Wegmarkierungen sind sehr ähnlich. Zusätzlich zu den LAWs verlaufen mehrere internationale GR-Routen durch die Niederlande, nämlich der bereits erwähnte GR5, der GR12, GR16, GR17 sowie der GR128.

Bild eines GR-Wegs
Quelle: Vers Conca von Jean-Baptiste Bellet auf Flickr, lizenziert unter CC BY 2.0

Unsere Top 5 der GR-Wege

Du suchst nach einem Fernwanderweg für deine nächste Trekkingtour? Dann bist du hier genau richtig! Wir wollen dir unsere Top 5 der außergewöhnlichsten und schönsten GR-Wege vorstellen. Mit unterschiedlichen Schwierigkeiten und Landschaftstypen (Soll es an die Küste oder in die Berge gehen?) wird hier jede(r) Trekkingbegeisterte fündig!

GR20 – einer der härtesten Fernwanderwege Europas

Der seit 1972 bestehende GR-20 verläuft über die spanische Insel Korsika und ist nicht nur der wohl bekannteste GR-Weg, sondern auch der anspruchsvollste: ständiges auf und ab, plötzliche Wetterumschwünge und felsiges Terrain auf den steilen, oft schmalen Pfaden machen den GR20 zu einer echten Herausforderung für alle Trekking-Begeisterte. Insgesamt musst du fast 12.000 Höhenmeter überwinden. Der niedrigste Punkt des Weges liegt auf 250 m über dem Meeresspiegel, der höchste auf ganzen 2500 m. Für diesen 181 km langen Fernwanderweg brauchst du je nach Kondition ungefähr 16 Tage. 

Trail-Schöpfer Michel Fabrickant ließ sich bei der Konzeption dieses Trails von Jean Loiseaus Buch Itinéraires de Corse (Reiserouten auf Korsika) inspirieren, in dem dieser Pfade seiner Wanderungen auf Korsika dokumentierte. Auf 15 Etappen führt der 180 km lange Fernwanderweg quer über das korsische Hochgebirge von Calenzana im Norden bis Conca im Süden der Insel. 

Auf der Strecke erwarten dich viele Highlights, etwa die tiefblauen Gletscherseen Capitellu und Melo oder der höchste Berg Korsikas, der Monte Cinto, auf 2706 m Höhe. Übernachten kannst du in Berghütten entlang der Trekkingroute. Grundsätzlich kann dieser Trail zu jeder Jahreszeit bewandert werden, am einfachsten ist es aber zwischen Juni und Oktober, wenn der Großteil des Weges eisfrei ist.

Bild vom GR20 Korsika (Grande Randonnée 20)
Quelle: GR20 von Timo Horstschäfer auf Flickr, lizenziert unter CC BY-SA 2.0

GR21 – der Gemütliche

Der Littoral de Normandie genannte GR21 führt dich entlang der Küste der Normandie. Dieser Trail wurde bei einer Abstimmung des FFRP 2019 zum beliebtesten Weitwanderweg Frankreichs gewählt. Er beginnt in der Weltkulturerbe-Stadt Le Havre und verläuft zu großen Teilen entlang der normannischen Küste mit ihren bis zu 110 m hohen Kreideklippen. Diese berühmten Klippen haben der Küste den Namen Alabasterküste eingebracht. Seinen Endpunkt findet der 189 km lange Fernwanderweg in der Hafenstadt Le Tréport.

Der GR21 führt nicht nur durch die wunderbare Landschaft der Normandie, vorbei an den Kreideklippen, grünen Wiesen und Feldern, sondern hat auch kulturell einiges zu bieten. Vom Trail aus hast du unter anderem auf den im 19. Jahrhundert erbauten Leuchtturm von Étretat einen guten Blick. Direkt am Weitwanderweg liegt das Schloss von Dieppe, das sich auf einem Hügel über der Stadt erhebt und in dem sich heute ein Museum befindet. Wir empfehlen dir die Monate März bis November als ideale Reisezeit für diese Trekkingtour. Das Wetter in der Normandie ist auch in den Sommermonaten sehr wechselhaft, achte deshalb unbedingt auf wetterfeste Kleidung und Schuhe. 

Der höchste Punkt des Fernwanderwegs liegt auf gerade einmal 130 m über dem Meeresspiegel und die Wege sind gut ausgebaut und auf Teilstrecken sogar geteert. Wir empfehlen den flachen Küstenweg deshalb hauptsächlich für Trekking-Einsteiger*innen. Du bist nie weit entfernt vom nächsten Küstenort und kannst täglich Lebensmittel nachkaufen. Wildcampen ist leider verboten, du kannst dein Zelt aber auf den zahlreichen Campingplätzen entlang des GR21 aufschlagen oder einfach in den Hotels und Gasthäusern entlang des Weitwanderwegs übernachten.

Quelle: Etretat von Francois R THOMAS auf Flickr, lizenziert unter CC BY-SA 2.0

GR5 – von der Nordsee ans Mittelmeer

Der GR5 ist einer der längsten und eindrucksvollsten GR-Wege. Dieser Fernwanderweg führt dich auf ganzen 2080 km von der Nordsee bis ans Mittelmeer. In der längsten Variante beginnt er an der niederländischen Küste in Hoek van Holland und verläuft über Belgien und Luxemburg hin zur französischen Hafenstadt Nizza. 

Dieser Fernwanderweg wurde bewusst so geplant, dass er möglichst viele Gebirge durchquert und berührt. Du kannst bei deiner Trekkingtour die Schönheit der Ardennen, Vogesen, des Juragebirges sowie der Alpen genießen. Die vielen Auf- und Abstiege in den Gebirgen machen den GR5  zu einem anspruchsvollen Erlebnis. Um den gesamten Weg zu bewältigen, brauchst du bei durchschnittlicher Geschwindigkeit über 3 Monate (natürlich kannst du auch Teilabschnitte bewandern).

Dafür erwarten dich auf dem Trail wunderschöne und vor allem sehr abwechslungsreiche Landschaften. Du findest eine breite Palette an Berglandschaften, von hochalpinen Gipfeln bis hin zu sanften Hügeln. Auf dem Fernwanderweg geht es durch dichte Wälder, die sich über Vogesen und Jura erstrecken, über Weinberge in der französischen Region Bourgogne und Gletscher und hinauf auf hohe Gipfel in den Alpen, wo du im Sommer an blühenden Alpenwiesen vorbeikommst. 

Der letzte Abschnitt dieser Trekkingtour ist wohl auch der berühmteste. Vom südlichen Ufer des Genfer See führt die Grande Traversée des Alpes (GTA; deutsch: große Alpendurchquerung) durch die Landschaft der französischen Alpen nach Nizza. Auf diesem Wegabschnitt erwarten dich viele Highlights, wie zum Beispiel das Mont-Blanc-Massiv oder der Vanoise Nationalpark. 

Bild vom GR5 (Grande Randonnée 5)
Quelle: DSCN0220 von sylvertwyst auf Flickr, lizenziert unter CC BY-SA 2.0

GR11 – Entdecke die Pyrenäen

Der GR11, auch Ruta Transpirenaica (= Transpyrenäen-Route) genannt, verläuft auf einer Länge von 827 Kilometern durch Frankreich, Spanien und Andorra. Er schlängelt sich von der französischen Atlantikküste bis zum Mittelmeer in Katalonien. Eine Trekkingtour auf dem GR11 führt dich entlang der gesamten spanischen Seite der Pyrenäen. 

Im Vergleich zu den Alpen ist dieser Bergzug zwar eher unbekannt, aber keinesfalls weniger sehenswert. Du erklimmst auf dem Fernwanderweg fast jeden Tag einen neuen Gipfel der 430 km langen Bergkette und wanderst dann zurück ins Tal. Das belohnt dich mit wunderbaren Aussichten, macht den GR11 mit seinen über 40.000 zu überwindenden Höhenmetern und den teilweise schmalen, felsigen Pfaden aber auch zu einem Trail für fortgeschrittene Weitwander*innen. 

Die beste Zeit zum Trekking auf dem GR11 ist von Juni bis September. In den höheren Lagen kann aber selbst dann noch Schnee und Eis liegen. Etwa in den Hängen, die vom Refugio de Respomuso zum Cuello Tebarrai (2782 m) führen, liegt im August oft noch Schnee.

In den Sommermonaten ist die Landschaft der Pyrenäen besonders schön. Auf deiner Trekkingtour durchquerst du die tiefsten Schluchten Europas, die viele anderswo ausgestorbene Tier- und Pflanzenarten beherbergen. Dich erwarten entlang des Fernwanderwegs nicht nur die schroffe Schönheit der Gesteinsformationen, sondern auch blühende Bergwiesen, kristallklare Bergseen, Bäche und Wasserfälle. Der GR11 führt dich mal auf einsamen Gebirgspfaden durch Gebiete weit weg von der Zivilisation, mal durch kleine Bergdörfer, vorbei an Dolmen, romanischen Kapellen und Klöstern, mittelalterliche Burgen und Bunkern aus dem spanischen Bürgerkrieg. Du kannst die bewegte Geschichte der Region auf dem Trail hautnah erleben. 

Übernachtet werden kann in bewachten Berghütten, sogenannten Refugios. Falls du lieber draußen übernachtest, kannst du beim Trekking auch Wildcampen. Offiziell ist es zwar verboten, wird aber meistens geduldet. 

Bild von GR11 (Grande Randonnée 11)
Quelle: Pleta de Comapedrosa, Andorra von Enric Matas auf Flickr, lizenziert unter CC BY-SA 2.0

GR34 – auf den Spuren der Zöllner

Der GR34, auch bekannt als „Zöllnerpfad“ oder „Sentier des Douaniers“, ist ein wunderschöner und geschichtsträchtiger Fernwanderweg, der entlang der bretonischen Küste verläuft. 

Der Ursprung des Weges liegt im 18. Jahrhundert. Damals patrouillierten Zöllner diesen Weg bei Tag und Nacht, um Schmugglern das Leben schwer zu machen. Im 20. Jahrhundert gerät der Weg zunehmend in Vergessenheit. Zum Glück wurde er mit dem Aufkommen der Fernwanderwege neu entdeckt und erfreut sich seitdem bei Trekker*innen aus aller Welt großer Beliebtheit. 

Auf ca. 2000 km Küstenweg (je nach Variante auch etwas mehr oder weniger) kannst du die Schönheit der Bretagne bei deiner Trekkingour hautnah erleben. Hier ist das Meer immer in Sichtweite. Du wanderst entlang felsiger Landspitzen und schroffer Klippen, aber auch zahlreiche Sandstrände und Buchten, die zum Schwimmen einladen, wirst du auf diesem Fernwanderweg finden. Besonders schön ist er im Frühling und Sommer, wenn auf den Wiesen neben der Küste die Blumen beginnen zu blühen. Falls du Einsamkeit auf dem Trail suchst, solltest du deine Fernwanderung lieber für den Herbst planen. Der GR34 bietet viele Highlights, darunter die Halbinsel Crozon, die Rosa Granitküste Côte de Granit Rose im Norden sowie die Côte d’Emeraude (Smaragdküste) zwischen dem Cap Fréhel und der Stadt Cancale, die ihren Namen dem smaragdgrünen Wasser verdankt. 

Dieser Weitwanderweg ist für Trekking-Neulinge bestens geeignet. Du solltest allerdings schwindelfrei sein, da man auf dem Trail an vielen Stellen sehr nah an den Klippen vorbei geht. Der Fernwanderweg bringt dich immer wieder entlang kleiner und größerer Küstenorte, wo du jeden Tag deine Vorräte auffüllen kannst. Leider ist auf dieser Trekkingroute Wildcampen nicht erlaubt. Wie schon auf dem GR21 kannst du auch hier auf zahlreichen Campingplätzen oder in den Hotels und Gasthäusern entlang des Weges übernachten.

Bild vom GR34 Zöllnerweg (Grande Randonnée 34)
Quelle: Pointe de Penhir von Eric Huybrechts auf Flickr, lizenziert unter CC BY-ND 2.0

Fazit

Die GR-Wege sind das wohl eindrucksvollste Fernwandernetz Europas. Sie verlaufen auf insgesamt mehr als 100.000 Kilometern quer durch Frankreich, Spanien, Belgien und die Niederlande. Ob abenteuerliche Routen durch die Berge oder gemütliche Fernwanderwege entlang der Küste, hier ist für jeden etwas dabei!

Falls du noch mehr Informationen brauchst, schau doch einmal bei unserer Trailsuche vorbei. Dort findest du zu 13 der GR-Wege alles, was du für deine Trekkingtouren wissen musst.

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